News für Redakteure

25.01.2010

Kommunikation und Respekt voreinander sind wichtig

Leipzig - Menschen mit Behinderungen den Aufenthalt in Auerbachs Keller Leipzig so angenehm wie möglich zu machen, war das Ziel einer Mitarbeiterschulung durch den Leipziger Behindertenverband. "Wir wollen, dass sich alle Gäste gleichermaßen bei uns wohlfühlen", sagt Pächter Bernhard Rothenberger. "Leider wird in vielen Bereichen zu wenig Rücksicht auf die besonderen Bedürfnisse von Behinderten genommen. Wir hoffen, dass unser Beispiel ein Vorbild für andere ist." Um die Schulung so realistisch wie möglich zu gestalten, waren auch blinde, gehörlose sowie gehbehinderte Menschen mit dabei. Mit ihrer Hilfe konnten die Mitarbeiter viel über den richtigen Umgang mit diesen besonderen Gästen erfahren.

So sollte man, wenn der blinde oder sehbehinderte Gast zum Tisch geführt wird, vorangehen und Körperkontakt mit der Hand halten. Auch am Tisch gibt es einfache Verhaltensregeln, die den Umgang erleichtern: "Um Umrisse zu erkennen, arbeiten sehbehinderte Menschen mit Kontrasten", erklärt Linda Wedler, Restaurantleiterin im Großen Keller. "Daher sollten keine weißen Teller auf weiße Tischdecken gestellt werden." Eine weitere Orientierungshilfe ist die Einteilung der Zahlen auf einer Uhr. Wenn ein Kellner dem blinden Gast also sagt, das Wasserglas steht auf 14 Uhr, weiß der direkt, wo er hin greifen muss. Hilfreich ist auch, immer zu beschreiben, was der Gast vor sich hat beziehungsweise serviert bekommt. Kommunikation und Respekt voreinander sind das A und O hat Linda Wedler bei der Schulung gelernt. "Am besten sagt man dem blinden oder sehbehinderten Gast immer, was man gerade macht, zum Beispiel, wenn man die Teller abräumt. Dann kommt es auch nicht zu unangenehmen Situationen."

Hörgeschädigte verständigen sich meist mit der Gebärdensprache oder sie zeigen auf der Speisekarte, was sie haben möchten. Sinnvoll ist es, wenn der Kellner immer einen Zettel und einen Stift parat hält, dann kann der Gast seine Wünsche auch aufschreiben. Wie auch bei den Sehbehinderten sollte der Tisch gut ausgeleuchtet sein, das vereinfacht die Verständigung. Auch Menschen mit Gehbehinderungen sind in Auerbachs Keller herzlich willkommen. Ein Fahrstuhl bringt sie direkt ins Restaurant und auch ein behindertengerechtes WC ist vorhanden. Auch im Restaurant ist genügend Platz, um zwischen den Tischen mit einem Rollstuhl zu rangieren.

Die Schulung gemeinsam mit den behinderten Menschen war ein voller Erfolg: "Für unsere Mitarbeiter war es eine sehr aufschlussreiche und interessante Begegnung", sagt Linda Wedler. Und Bernhard Rothenberger ergänzt: "So etwas ist sicherlich auch für andere Restaurants von Interesse." Bereits seit längerem engagiert sich der Pächter des Auerbachs Keller für die Belange von Menschen mit Behinderungen. So gibt es beispielsweise seit einigen Monaten im Großen Keller zwei Speisekarten in Blindenschrift sowie zwei Speisekarten in Großschrift für sehbehinderte Menschen.

Der Auerbachs Keller in der Mädler-Passage ist die berühmteste Traditionsgaststätte in Leipzig. Bereits 1525 wurde hier an Studenten Wein ausgeschenkt. Seinen Namen erhielt das Lokal von seinem Gründer, dem Mediziner und Universitätsprofessor Heinrich Stromer von Auerbach (Oberpfalz). 1625 ließ sein Urenkel Johann Vetzer den Fassritt Fausts auf zwei Tafeln im Kellergewölbe malen. Diese inspirierten später Johann Wolfgang Goethe zur Faustdichtung und verhalfen der einstigen Studentenkneipe zu Weltruhm. Während der DDR-Zeit war der Auerbachs Keller vorwiegend eine Messegaststätte für westliche Besucher, die in Devisen zahlen mussten. Nach der Wende kam es unter neuem Investor zum Konkurs und zeitweiliger Schließung des Hauses. 1996 wurden die Türen des Kellers für die Leipziger und ihre Gäste wiedereröffnet. Seit dem Bestehen des Auerbachs Keller sind hier schätzungsweise rund 92 Millionen Menschen bewirtet worden. Einer amerikanischen Studie zur Folge rangiert Auerbachs Keller unter den zehn bekanntesten Gaststätten der Welt derzeit auf Rang fünf.

Bildzeile:

Sie gaben den Mitarbeitern des Auerbachs Keller wertvolle Tipps zum Umgang mit behinderten Gästen: Anja Kuhnert, Christiane Kohl, Karin Papp (obere Reihe), Heike Barth und Brunhild Schüttig (alle von links nach rechts).

Foto: Auerbachs Keller Leipzig/Abdruck honorarfrei 

Herausgeber:

Auerbachs Keller Leipzig

Rothenberger Betriebs GmbHGrimmaische Straße 2-4

04109 Leipzig

http://www.auerbachs-keller-leipzig.de/

Kontakt:

Katharina Schaller

Telefon 0341-2161015

Fax 0341-2161026

k.schaller@auerbachs-keller-leipzig.de

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