News für Redakteure

24.11.2008

FBMA Herbsttagung

Der Problematik der steigenden Lebensmittelpreise und Energiekosten stellte sich die Food & Beverage Management Association mit einer Podiumsdiskussion im Rahmen ihrer Herbsttagung vom 2. bis 3. Oktober 2008 in Leipzig. Die Experten aus der Praxis, aus Einkauf und Energiemanagement kamen zum Schluss, dass Einsparen allein nicht ausreicht: Marketing und Verkauf müssen weiter intensiviert werden, um mehr Umsatz zu erwirtschaften. Zugleich bieten zukunftsorientierte Energie- und Umweltkonzepte zusätlich Ansätze für die Kommunikation und Gewinnung von Gästen. Weiteres Thema der Herbsttagung waren Werbetrends und die Rolle des Internets.

Wie heutzutage Konsumenten mit Werbung erreicht werden, zeigte den über achtzig Tagungsteilnehmern Alexander Mackat, Chef der Berliner Werbeagentur Fritzsch & Mackat anhand internationaler Werbefilme aus der akutellen Cannes-Rolle. Hier ist der Trend zu Gefühl und leisen Tönen wahrnehmbar. In seiner Einführung fasste Mackat zwei grundlegende Entwicklungen zusammen, die die Kommunikation heute und in Zukunft beeinflussen: Den Wertewandel hin zu traditionellen Werten, der u.a. durch der Lebensstil LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) zum Ausdruck kommt sowie die Veränderung der Kommunikation durch das Internet, wie erst vor kurzem im U.S. Wahlkampf zu erleben war. Die Werbung in Gastronomie und Hotellerie sei wenig überraschend und bediene viele Klischees, so der Werber. Er empfahl: Das Echte rüberbringen.

Die anschließende Podiumsdiskussion wurde von dem Journalisten Carsten Hennig geleitet, der mit der Frage nach Einsparpotentialen die Runde einleitete. Aus vielerlei Gründen, aus Unkenntnis oder mangelnder Investitionsbereitschaft auch von Seiten der Inhaber, werden Potentiale häufig nicht erkannt und deshalb nicht ausgeschöpft, so der Energieberater Dr. Sven Eckard. Aus seiner Sicht liegen höhere Potentiale im Zwei bis Drei-Sterne-Bereich als in der First Class und Tophotellerie, wo moderne, sachkundig gemanagte Anlagen im Einsatz sind.

Auch hinkt die Gastronomie der Hotellerie hinterher: Beträgt der Anteil der Energiekosten in der Gastronomie an jedem Gericht zehn Prozent, sind es nur zwei bis drei Prozent in der Hotellerie. Bei einem Tellergericht von 8 Euro macht dies einen Unterschied von 56 bis 64 Cent. Die Verwendung von Energiesparlampen reicht nicht aus, vielmehr empfahl Eckard das Augenmerk auf Heizung und Lüftung zu legen und gegebenfalls Investitionen in neue Anlagen in Erwägung zu ziehen. Eine Empfehlung, der Hotelliers und Gastronomen zurückhaltend Folge zu leisten, wie die Ergebnisse einer Onlinebefragung bei der FBMA-Mitgliedern ergab: 34% gaben an, dass Investitionen in Energiespartechnik nur in begrenztem Umfang oder gar nicht geplant (36%) sind. Wirksames Energiemanagement steht nach Ansicht des Experten auf drei Pfeilern: sensibilisierten Mitarbeitern, stimmigen Konzepten und der richtigen Einkaufspolitik. Sein Resümee: "Zukunftsorientierte Energie- und Umweltkonzepte helfen zum einen dabei, Kosten zu sparen und durch niedrige Betriebskosten die Liquidität zu erhöhen. Zum anderen bieten sie Ansätze für Kommunikation mit den Gästen, binden diese langfristig und stellen für die Zukunft einen wesentlichen Marketingaspekt dar - speziell unter dem Gesichtspunkt des neuen Lebensstiles LOHAS, der im demographischen Wandel zunehmend an Bedeutung gewinnt".

Auch Jochen Oehler, Geschäftsführer der progros Einkaufsgesellschaft, empfahl die Information und Einbindung der Mitarbeiter bei Energiesparmaßnahmen, zugleich verwies er auf die Notwendigkeit, mit Lieferanten zu verhandeln und durchaus auf die Kompetenz von Beratern zurückzugreifen, um einen ganzheitlichen Lösungsansatz zu finden. Bei der Lebensmittelbeschaffung sieht Oehler die Aufgabe der Betriebe in einer exakten Spezifikation, also der Definition von Qualität, Bedarf und Rahmenbedingungen und einer klaren Organisation von der Bestellung, Warenannahme bis zur Inventur, um Prozesskosten zu optimieren und maximale Transparenz zu erhalten. Seine Prognose: Einkauf wird elektronischer, in 5 bis 10 Jahren hat E-Procurement die Faxbestellung abgelöst. Generell sprach sich Oehler für eine stärkere betriebswirtschaftliche Ausrichtung aus. Seine Forderung: Die Führungskräfte müssen Produkte, Mengen und Margen kennen.

Ein weiteres Thema war die Zentralisierung des Einkaufs, wie er bereits im SportSchloss Velen praktiziert wird. Wesentliche Vorraussetzung, damit dieser Weg auch funktioniert, ist aus Sicht von Josef Holmer, Stellvertretender Dirketor und F&B Manager, die interne Kommunikation. Für zentralisierten Einkauf ist Markttransparenz notwendig. Hierzu Jochen Oehler: "Um einen Überblick über marktgerechte Preise zu bekommen, sollten mindestens einmal im Jahr die großen und volumenstarken Sortimente ausgeschrieben werden. Nicht nur einige Produkte, sondern alle inklusive der Gewichtung".

Weiter steigende F&B-Beschaffungskosten in den nächsten zwölf Monaten erwarten drei Viertel der FBMA Mitglieder, so die Auswertung der Onlinebefragung. Bernhard Rothenberger von Auerbachs Keller bezog hierzu klar Stellung: "Preiserhöhungen müssen an den Markt weitergegeben werden, sonst verliert ein Betrieb seine Existenzberechtigung". Im Branchenvergleich schafft es aus Rothenbergers Sicht die Gastronomie seit Jahren nicht, ihre Erlöse den Kosten anzugleichen. Als Folge schließen in Krisenzeiten ungewöhnlich viele Betriebe. Für den Leipziger Gastronomen heißt der Ausweg kreatives Marketing statt Rabatte: "Suche und Erfinden von USP´s und das Verstehen, dass wir mehr als Essen und Trinken verkaufen und dafür geschulte Mitarbeiter benötigen".

Denselben Standpunkt vertrat auch Marketingexperte Josepf Schulte: "Sparen bei Wahrung der Qualität ist wichtig, denn es hilft, Kosten zu senken. Parallel dazu muss jedoch alles daran gesetzt werden, die Umsätze zu steigern: durch das Gewinnen neuer Gästegruppen, durch Zusatzverkäufe und die Steigerung der Besuchsfrequenz. Um dies zu erreichen, heißt es für die Führungskräfte: Heraus aus der Komfortzone, Eigeninitiative ergreifen und neben Gastgeber und Chef vor allem Verkäufer sein".

Bildunterschrift: vordere Reihe (v.l.n.r.) FBMA Präsident Udo Finkenwirth, Josef Schulte (Power Coaching Akademie), Dr. Sven Eckardt, Tellerrand Engerie- und Umweltberatung, Moderator Carsten Hennig/hintere Reihe (v.l.n.r.) Jochen Oehler, Geschäftsführer progros, Berhard Rothenberger, Auerbachs Keller, Josef Holmer, SportSchloss Velen.

Foto: FBMA. Verwendung ausschließlich für redaktionelle Zwecke.

Abdruck honorarfrei.

Herausgeber:

Auerbachs Keller Leipzig

Rothenberger Betriebs GmbHGrimmaische Straße 2-4

04109 Leipzig

http://www.auerbachs-keller-leipzig.de/

 

Kontakt:

Katharina Schaller

Telefon 0341-2161015

Fax 0341-2161026

k.schaller@auerbachs-keller-leipzig.de

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